20 | 11 | 2017

Theatrale Nachlese - "Emigranten"

Eine Produktion des Stadttheaters Duisburg zu Gast am Spee-Kolleg

von Susan Alfter

 

Gleich zwei Besonderheiten wies das Theaterstück auf, welches zum Auftakt des Winter-semesters in der Gymnastikhalle des Kollegs aufgeführt wurde: Zum einen war es eine Produktion des Stadttheaters Duisburg, welche extra ins Haus geholt worden war. Zum anderen ist einer der beiden professionellen Schauspieler, die in dem Stück agierten, zugleich Studierender der E-Phase des Kollegs: Bashar Al Murabea stammt gebürtig aus Syrien und kennt die in dem Stück dargestellte klaustrophobische Zwangsgemeinschaft zweier durch das Schicksal Verbundener nur zu gut aus eigener Erfahrung. Ihm und seinem Kollegen Tim Zielke gelang es, mit ihrer jederzeit überzeugenden Darstellung, das Publikum zu packen und in das absurde zwischenmenschliche Geschehen hineinzuziehen. Ihre Figuren changierten zwischen Tragik und Komik, politische Betrachtungen des menschlichen Daseins kamen ebenso zum Tragen wie die Frage nach dem Sinn des Lebens. Maßgeblich für das Miterleben der Raumatmosphäre der Figuren trug der Aufführungsort Gymnastikhalle bei: Er traf genau die Vorstellungen des Regisseurs Michael Steindl, der sich an der Szenenanweisung des Autors Slawomir Mrozek orientierte: "Graue, schmutzige Wände mit Wasserflecken. Eine niedrige Decke." Da die Gymnastikhalle sich noch in der Phase der Renovierung befindet, bot sie sich für die Aufführung entsprechend an. Nach rund anderthalb Stunden wurden die beiden Schauspieler mit lang anhaltendem Applaus belohnt. In der Nachbesprechung des Stückes mit den Mitstudierenden zeigte sich, dass die durch das Stück angerissenen Themen noch für ausführlichen Gesprächsstoff und damit theatrale Nachlese sorgten.

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