24 | 09 | 2017

"Und Gott sah, dass es gut war!"

Ein fächerübergreifendes Projekt des Kunst- und Religionsunterrichts zum Schöpfungsbericht Gen 1,1-2,3

Ein Unterrichtsvorhaben des Religionsunterrichts der E-Phase lautet: „Diese Welt: Schöpfung (Gottes) oder hervorgegangen aus dem Urknall? – Gegen eine eindimensionale Sicht von Wirklichkeit“. In der Regel wird in der Schule für die Behandlung dieses Themas eine kognitive Herangehensweise gewählt. Dem in der Bibel geschilderten Schöpfungsprozess wollten sich die Studierenden jedoch auch in eigener kreativer Tätigkeit annähern. So entstand ein gemeinsames Projekt zwischen den Fächern Religion und Kunst.

In der Auseinandersetzung mit dem ersten Schöpfungsbericht im Buch Genesis wurde im Unterricht erarbeitet, dass es sich bei diesem nicht um einen naturwissenschaftlichen Forschungsbericht, sondern um einen poetisch-liturgischen Text handelt. Daher erübrigt es sich, den Schöpfungsbericht gegen die Evolutionstheorie auszuspielen. Niemand würde heute auf die Idee kommen, Gedichte als Forschungsberichte zu verstehen. Im Schöpfungsbericht der Genesis wird – wie in einem Refrain – immer der gleiche Satz wiederholt: „Und Gott sah, dass es gut war!“ Zum Schluss heißt es dann: „Und siehe, es war sehr gut!“. Dass das die Kernaussage des Schöpfungsberichtes ist, liegt auf der Hand. Es geht nicht darum, dass Gott die Welt in sechs Tagen oder 144 Stunden genau in der dargestellten Reihenfolge erschaffen hat, sondern dass die Schöpfung sehr gut ist.

So haben die Fachlehrer der beiden Klassen der E-Phase, Thomas Schindler (Religion) und Heribert Münch (Kunst), die Schöpfungsthematik mit einer künstlerischen Gestaltungsaufgabe kombiniert. Im Kunstunterricht sollten die Studierenden „Dioramen“ zu einem Schöpfungsakt, den sie selbst wählen konnten, in alten Zigarrenkisten entstehen lassen. Hierzu haben sich die Studierenden mit der Aussage des gewählten Schöpfungsaktes künstlerisch und damit selbst schöpferisch tätig auseinandergesetzt. Die Ergebnisse sind auf Tischen in der Mitte des Atriums ausgestellt. Zusätzlich hat die Klasse 1a die Themen der Schöpfung auch fotografisch verarbeitet und an Stellwänden präsentiert.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die nicht nur kognitive, sondern auch haptische Beschäftigung mit der Thematik einen tieferen Zugang ermöglicht hat.

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